Die besten Wohnlagen in Leipzig

Leerstand war gestern. Die Stadt wächst, es wird in großem Stil gebaut. Die Investoren zieht es vor allem ans Wasser.

Dass Leipzig sich gern als „Wasserstadt“ vermarktet, war lange eher eine stadt­planerische Absichtserklärung als eine Beschreibung der Realität.

Jetzt aber kommt das Projekt voran: Am Lindenauer Hafen im Westen Leipzigs hat die Stadt 20.000 Quadratmeter Bauland für ein komplett neues Stadtviertel samt Jachthafen ausgeschrieben. Die Investoren dürften Schlange stehen – denn mit „Wohnen am Wasser“ lassen sich leicht Preisaufschläge durchsetzen.

In Leipzig wird gebaut, und das längst nicht nur am Wasser. Fast in allen besseren Lagen entstehen Neubauten. Ein­familienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Eigentumswohnungen – eine Stadt im Bauboom. Vor fünf Jahren schien das noch unvorstellbar, damals litt Leipzig unter massivem Leerstand. Heute sind in manchen Gegenden kaum noch Wohnungen zu haben.

Immer mehr Menschen, die aus dem Umland in die Stadt ziehen (die Einwohnerzahl ist nach Schätzungen erneut um 5000 gestiegen und liegt nun bei 535.000) und günstige Finanzierungsmöglichkeiten (die Sächsische Aufbaubank senkt das ohnehin günstige Zinsniveau mit Förderkrediten auf bis zu ein Prozent) – die Makler melden Rekordumsätze. Die Immobilienpreise in Leipzig haben auch 2012 wieder deutlich angezogen.

Gefragt sind besonders Eigentumswohnungen, gern groß, am besten mit drei oder mehr Zimmern. Sie haben sich 2012 teilweise um zehn Prozent verteuert und erreichen nun im Schnitt Preise zwischen 2500 und 3500 Euro pro Quadratmeter, in der Spitze sogar bis zu 3800 Euro. Egal ob Neubau oder sanierter Altbau. Selbst unsanierte Altbauwohnungen kosten bis zu 2200 Euro pro Quadratmeter, sie gehen vorwiegend an Privatnutzer.

Renditeorientierte Investoren werden nur noch in mittleren und einfachen Lagen fündig, wo die Kaufpreise beim Elf- bis Zwölffachen der Jahresmiete liegen. Dafür ist allerdings auch das Risiko höher, denn eine Vermietung ist in diesen Vierteln auch heute nicht garantiert. In Topquartieren wie dem Musik- oder Bachviertel werden Wohnungen sofort weitervermietet – dafür kosten sie dann aber auch bis zum 18-Fachen der Jahresmiete.

Eine Leipziger Besonderheit: denkmalgeschützte Wohnungen mit Sanierungsbedarf. Durch Sonderabschreibungen sind sie steuerlich besonders interessant, vor allem für westdeutsche Investoren. Sie sind in guten Lagen kaum noch zu kriegen, und Andreas Köngeter, Geschäftsführer des gleichnamigen Maklerbüros, berichtet von „regelrechten Bietergefechten, die die Preise in die Höhe treiben“. Gekauft wird, was da ist. Selbst ob ein Objekt an einer verkehrsreichen Straße liege, so Köngeter, spiele inzwischen keine Rolle mehr.

Auf dem Markt für Einfamilienhäuser geht es ruhiger zu: Hier sind die Umsätze zuletzt sogar gesunken. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Das liegt nicht an mangelnder Nachfrage, sondern am geringen Angebot. Eigenheime werden fast nur verkauft, wenn die Besitzer wegziehen, sich scheiden lassen oder in Notlagen geraten.

Bauland wird in der Stadt dringend gesucht, für Einfamilienhäuser gibt es wenig Platz. In klassischen Eigenheimsiedlungen wie Markkleeberg nahe der südlichen Seenlandschaft können Bauplätze schon mal 250 bis 350 Euro pro Quadratmeter kosten. Der Mangel führt bisweilen zu absurden Szenarien. Chris Poschmann von der LBS Leipzig berichtet gleich von mehreren Fällen, in denen vergangenes Jahr Käufer alte Häuser zunächst erworben, dann abgerissen und auf dem Grundstück neu gebaut haben.

In zentralen Lagen wie dem Schleußiger Villenviertel wechseln selbst Sanierungsobjekte leicht für 500.000 Euro und mehr den Besitzer. Die wenigen topsanierten Häuser mit großen Grundstücken bewegen sich mittlerweile jenseits der Millionengrenze.

Auch die Mieten steigen, allerdings nicht ganz so rasant wie die Kaufpreise. Viele Bewohner, die bisher 6 oder 7 Euro pro Quadratmeter zahlten, mussten Mieterhöhungen hinnehmen. Ziehen neue Mieter ein, werden generell 1 bis 2 Euro aufgeschlagen. In den Toplagen wie dem Musikviertel liegen die Spitzen­werte weiterhin bei rund 11 Euro pro Qua­dratmeter. Für solche Preise haben die Mieter dann allerdings Sauna, Designerbad und Pad-Steuerung für die Hauselektronik inklusive.

Erstes Indiz dafür, dass es in manchen Gegenden allmählich eng wird am Wohnungsmarkt: Vereinzelt sind die Mieter inzwischen sogar bereit, die Provisionen für die Makler zu übernehmen. Bislang war das in Leipzig Sache der Eigentümer.

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